Donnerstag, 3. September 2009

die ungeliebten Töchter spüren nicht den Wind

.
Q u e l l e
.
geweintes Leid der
Ungeliebten hin
zum Fluß der Tränen
sich teilend in
Gestern und Morgen
Traurigkeit der
Herzschlag der Tage
Melancholie die
Flügel der Nacht
.
Wenn du wach wirst,
meine Tochter
wirst du ihn nicht spüren
"den Wind in meinen Ärmeln"
.
(c) Ursa
.
Gedanken zum Buch "auf den Flügeln der Zeit - mein Leben in Shanghai" von Christina Ching Tsao

Kommentare:

  1. Ein Gedicht, das von der Sprache her den Leser berührt. Hermetisch zunächst, wenn man die (damaligen) fernöstlichen Traditionen nicht in die Betrachtung mit einbezieht. Erste Hilfestellung bietet der Hinweis: "Gedanken zum Buch "auf den Flügeln der Zeit - ...".

    So beschreibt die erste Strophe die unerfüllte kindliche Sehnsucht nach Liebe (Mutterliebe). Die "nur Tochter" kann zwar mit der Zeit die Gründe erahnen, die ihren Ursprung in den seinerzeitigen gesellschaftlichen Konventionen und Traditionen haben: Auch die Mutter ist in der von Männern regierten Gesellschaft nur "Tochter".

    Gern gelesen und darüber nachgedacht:
    tjm.

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  2. ... die Mutter hat leider ihrer Tochter niemals verziehen, dass sie NUR eine Tochter war.. sie mußte lernen, für sich eine Leidenschaft und einen Weg zu finden, dieses un-freie Leben zu ertragen ....und aus Schwäche Stärke zu gewinnen ...sie zahlt in China einen hohen Preis dafür ... mit 50 Jahren endlich erhält sie ein Visum für die USA und entdeckt dort die Freiheit und findet ihr Glück und ihre Zufriedenheit dort ...
    der letzte Absatz des Gedichtes besagt, dass nur Jungen so geliebt werden, dass sie "den Wind in den Ärmeln = Liebe" spüren dürfen ...

    Danke für deinen Kommentar ... ich liebe dieses Buch sehr ... Ursa

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  3. Hallo Ursa,
    mir gefällt dieses Gedicht. Ich hatte vor Kurzem ein ähnliches Buch gelesen: "Namu, das Land der Töchter" von Yang Erche
    "Im Südwesten Chinas, nahe Tibet und dem Himalaja, liegt das Gebiet der Moso, das die Chinesen "Das Land der Töchter" nennen, weil deren einzigartige Kultur streng matrilinear aufgebaut ist....Namus Erinnerungen mischen auf fast lyrische Weise ihr persönliches Schicksal mit der exotischen Kultur der Moso. Und sie erzählt von einem uralten Motiv zwischen Müttern und Töchter...
    Dein Gedicht bringt sehr gut die Gefühle zwischen Müttern und Töchter rüber.
    Viele Grüße von Monré

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  4. Danke dir Monré für deinen Kommentar... mal schauen, ob ich mir das Buch besorgen kann...
    ich bin einfach immer wieder begeistert von fremden Kulturen und versuche mich in das Leben dieser Menschen dann "hineinzuleben", zu er - spüren, was sie denken und fühlen und ob ich dort leben möchte ... manchmal ein faszinierender Gedanke .. dir einen Gruß von Ursa

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  5. Liebe Ursa,

    nicht nur in fremden Kulturen sind die ungeliebten Töchter zu finden.
    Immer wieder erschreckend nah auch hier bei uns..
    Die Melancholie und Traurigkeit über dieses Ungeliebtsein hält sich mitunter ein Leben lang. Nicht abzuschütteln in den Nächten das gefühl der unendlichen Einsamkeit ohne diese verpasste Mutterliebe...

    Deine Zeilen berühren sehr!
    ..grüßt dich Monika

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  6. liebe Monika,

    danke für diesen Kommentar .. leider stimmt deine Aussage auch für unsere nähere Umgebung..
    ..verpaßte Mutterliebe ... wir mußten nicht darunter leiden ... gottseidank .. lieben Gruß von Ursa

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  7. ..was ich von mir leider nicht sagen kann, liebe Ursa!

    ..grüßt dich Monika

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  8. Wird die Tochter "den Wind in meinen Ärmeln" nicht spüren, weil s i e ihn nicht zu spüren vermag - oder ist da keine Liebe?
    Wie das im Buch ist, kann ich nicht sagen, weil ich es nicht kenne (und nicht dazu kommen werde, es zu lesen) - im Gedicht scheint mir das eher ein Problem der Tochter zu sein als der Mutter; sonst stünde da nicht "m e i n e n Ärmeln", sondern: d e n Ärmeln.

    Liebe Grüße
    Helmut

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  9. lieber Helmut,

    die Tochter wird den Wind nicht spüren, weil keine Liebe da ist... es sind die UNGELIEBTEN Töchter .... in diesem aufwühlenden Buch, einer Autobiographie, beschreibt Christina Ching Tsao, dass ihre Mutter ihr niemals verziehen habe NUR ein Mädchen zu sein ...sie lernt mit diesem "Makel" zu leben und sich zu befreien ....
    der letzte Absatz ist indirekt die Antwort der Mutter auf das T o c h t e r s e i n

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