Sonntag, 23. Januar 2011

der Besuch

beißende Kälte
in befremdenden Straßen
nebelt die Nacht ein


(c) Ursa


.
Antwortgedicht für  LadyArt
Gabriele Brunsch
du brauchst lange  den Weg zu finden
du suchst und fragst dich was mache ich hier
der Tod einer  Verwandten  ja  sie war dir die Beste und
doch    keine Kontakte mehr    nun gehst du durch fremde Straßen
suchst Erinnerung  die ausbleibt   Verwandte werden zu Nebelfiguren
verschwinden     du suchst   findest nicht   setzt dich in fremder Umgebung
auf einen fremden Stuhl   trinkst ein fremdes Bier  wirst behandelt
wie eine Fremde  die fremd ist und fremd bleiben wird
fremd sind dir auch die Worte die sie  herausrufen   die dich verletzen

du öffnest nicht deinen Mund aus Angst
es könnten Worte herausfallen die tonlos
auf Scherben fallen     Scherben die im Denken
der Anderen  der Anders-sein-wollenden liegen
  nicht kittbar 
schmerzhaft  spitz   hart   schneidend   missachtend   intolerant
du bist allein inmitten der überbordenden Heiterkeit
fremder Menschen     du gehst schnell fort
.

und wieder
.
einschüchterndes Suchen in fremdgewordener Heimat
geleerte Straßen schneeüberzogen
lehnen eine Verbindung ab   du bist nicht die
die ging und nicht wiederkam  du bist nicht die
die nicht ankommt    du bist die die sucht
und die zur Geschichte wird
die man lesen kann
   irgendwann  irgendwo  
 

(c)   Ursa










Kommentare:

  1. ja, liebe Ursa, das ist so schmerzhaft wahr ... der boden verschwindet unter einem, obwohl sich die erde weiterhin dreht, die sonne aufgeht und wieder untergeht, wenn man die liebsten menschen verliert und freunde keine freunde sind ... lg kri

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  2. liebe URSA, ich danke Dir ganz inniglich für dieses gedicht, das mir zeigt, wie intensiv Du meine kurzgeschichte gelesen hast, wie intensiv du selbst darin antworten gesucht und gefunden hast... ich fühle mich geehrt und erleichtert, denn als schreiber leser zu finden, die sich mühen den worten nachzulauschen und das auch noch laut bekunden, und in worte fassen, die ein gedicht sind, das ist ganz wunderbar und trägt ganz weit...

    ich danke Dir
    gabriele

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  3. liebe kri,

    es muss sehr schmerzhaft sein, diese erfahrung zu machen, wie hier beschrieben ... es IST nur eine geschichte ... aber-, ich mag sie sehr ... lg ursa

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  4. liebe Gabriele,

    ICh d a n k e DIR !!!! Ich kann es auch nicht überall, dazu gehört eben das WIE !! WIE wurde es geschrieben und WAS steckt HINTER den Worten, was finde ich im Text, was sagt er mir ... in (scheinbar) harmlosen Worten liegt häufig (und bei dir finde ich es eben oft) die ganze "Tragik" unseres Lebens , wenn man es so schreiben kann ...ich freue mich darüber, dass ich dir eine Freude gemacht habe ... sei lieb gegrüßt von Ursa

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  5. Leider ließ sich die Seite zu dem Link nicht öffnen.Darum nur einen Kommentar zum Anwortgedicht.
    Diese Worte klingen nach Einsamkeit, Herzenskühle, Verlorenheit. Sie machen Mutlos und stimmen traurig,- und sehr nachdenklich...
    Es fehlt die Wärme der Menschlichkeit, das Vertraute...
    Herzliche Grüße von Monré

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  6. liebe monré, habe es wieder in Ordnung gebracht, jetzt kannst du auf LadyArt´s Seite ... mich hat ihre Geschichte auch sehr, sehr nachdenklich gemacht ... aber-, lies es dir bitte durch ... danke für deinen Kommentar .. du hast alles gespürt, was in den Worten enthalten ist .. lieben Gruß Ursa

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